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Fachtag "Ausgeschnüffelt! Menschenrechte und digitale Selbstverteidigung nach den Snowden-Enthüllungen"

Wann? 29. Oktober 2016, 10.15 bis 16.00 Uhr
Wo? Hotel Ramada Herrenberg, Daimlerstraße 1

Würden Sie nachts Ihre Eingangstür weit offen stehen lassen? Oder die Fenster im Erdgeschoss? Nein, das würden Sie niemals tun?
Während wir hinsichtlich der Sicherheit unseres Zuhauses sehr vorsichtig und durchaus auch bereit sind, Zeit und Geld in unseren Schutz zu investieren, verhalten wir uns in der digitalen Welt oft sehr viel gedankenloser. Dabei wissen wir seit den Enthüllungen Edward Snowdens, wie umfassend und total die Infiltration sämtlicher Kommunikationsnetze bereits gediehen ist.

Mit unserem Fachtag möchten wir für das Thema Datensicherheit sensibilisieren und die Auswirkungen des ungebremsten Datensammelns auf unsere Freiheit und die Menschenrechte aufzeigen. Unser Referent Sebastian Schweda geht dabei auch auf die jüngsten Entwicklungen im Hinblick auf die BND-Reform ein. Nach der Mittagspause wird es dann praktisch: Nach einer einstündigen Einführung in die Kryptographie leitet Hanno 'Rince' Wagner die Teilnehmer bei der Installation des E-Mail-Verschlüsselungsprogramms "Enigmail" auf dem eigenen Laptop an ─ niederschwellig und Schritt für Schritt. Ziel ist es, dass am Ende des Tages jeder Teilnehmer verschlüsselte E-Mails verschicken und die privaten Inhalte so vor den Augen Fremder schützen kann.

Programm:

10.15 Uhr
Ankommen und Begrüßung durch Gruppensprecherin Marianne Pfeiffer und Grußworte von Tobias Meigel, Erster Bürgermeister der Stadt Herrenberg

10.45 Uhr
Vortrag "Überwachung und Menschenrechte"
Sebastian Schweda, Sprecher der Amnesty-Themenkoordinationsgruppe "Menschenrechte im digitalen Zeitalter"

12.00 Uhr
Mittagspause.
Selbstversorgung mit der Möglichkeit, im Hotel Ramada zu Mittag zu essen (bei der Anmeldung bitte mit angeben!)

13.00 Uhr
"Verschlüsselung in Theorie und Praxis"
Hanno 'Rince' Wagner, Vorstandsmitglied Chaos Computer Club Stuttgart

16.00 Uhr
Ende

Für den ersten Teil des Programms stehen 50 Plätze zur Verfügung, am zweiten Teil können rund 30 Personen teilnehmen. Voraussetzung für die Anmeldung zum Nachmittags-Programm ab 13 Uhr ist das Mitbringen eines Laptops mit dem Betriebssystem "Windows" oder "Linux" und installiertem Mail-Client "Thunderbird".
Die Thunderbird-Software gibt's zum kostenlosen Download im Netz unter https://www.mozilla.org/de/thunderbird/

Anmeldung bis spätestens 28. Oktober 2016 unter info@amnesty-herrenberg.de
Bitte Vor- und Nachname sowie E-Mail-Adresse oder Telefonnummer für Rückfragen angeben. Bitte teilen Sie uns auch mit, ob Sie nur am ersten Teil oder an beiden Teilen der Veranstaltung teilnehmen möchten. Wenn Sie sich verbindlich für ein Mittagessen im Hotel Ramada anmelden mögen, lassen Sie es uns ebenfalls wissen (es gibt dort eine kleine Karte mit etwa drei Gerichten zur Auswahl). Sollten Sie kurzfristig verhindert sein, bitten wir um sofortige Benachrichtigung unter oben angegebener Mail-Adresse, um die Plätze anderen Interessierten zur Verfügung stellen zu können.

Weitere Informationen entnehmen Sie unserem Flyer zum Fachtag.doc

Der Fachtag wird ermöglicht durch den Herrenberger Projekte-Pool.

  

Amnesty ruft zu einer Zweckspendenaktion zugunsten traumatisierter Flüchtlinge auf

500 000 Euro sollen bis Ende des Jahres zusammenkommen, um die Behandlung von traumatisierten Flüchtlingen zu gewährleisten. Um diese nämlich ist es schlecht bestellt. Bundesweit gibt es lediglich zwei Dutzend Behandlungseinrichtungen für Geflüchtete und Folteropfer, wo jährlich 3600 Psychotherapien durchgeführt werden. Der Bedarf lag 2014 jedoch bei rund 80 000. Im Behandlungszentrum für Folteropfer in Berlin etwa berichtet man von zehnmal mehr Anfragen als vorhandenen Therapieplätzen. Oftmals ist der Zugang zu psychiatrischer oder psychologischer Hilfe zudem verstellt. Das Asylbewerberleistungsgesetz sieht eine medizinische Versorgung für Asylsuchende nur dann vor, wenn die Erkrankung akut oder lebensbedrohlich ist. Psychische Erkrankungen zählen oft nicht dazu.

Amnesty spielt eine tragende Rolle in der Geschichte der Behandlungseinrichtungen für Geflüchtete und Folteropfer. Im Rahmen der Antifolter-Kampagne 1984 rief unsere Organisation Mediziner dazu auf, sich mit der Kampagne zu solidarisieren, woraufhin sich das internationale Amnesty Health Network konstituierte. Daraus ging auch das weltweit erste Behandlungszentrum für Folteropfer am Nationalen Hospital Kopenhagen - auch als "Amnesty-Klinik" bezeichnet - hervor. Heute existieren 145 solcher Zentren in 70 Ländern weltweit, darunter auch das Behandlungszentrum für Folteropfer (BFU) in Ulm, das in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert.

Was sich in den vergangenen 20 Jahren nicht geändert hat, ist der Kampf um die Finanzierung der Zentren. Knapp ein Drittel der Kosten des BFU sind durch einen Zuschuss des Landes Baden-Württemberg gedeckt, die verbleibende Summe muss über kommunale und kirchliche Mittel, Förderer-Beiträge, Spenden und die Unterstützung von Amnesty finanziert werden. Insgesamt ist die finanzielle Lage der psychosozialen Behandlungszentren für Folteropfer defizitär. Derzeit bietet eine zeitlich begrenzte Zusatzfinanzierung die einzige Chance für viele Hilfesuchende, und so lange mit keiner staatlichen Förderung zu rechnen ist, wird die Situation der Zentren mittelfristig auch schwierig bleiben. Deshalb setzt Amnesty nun ein Zweckspendenprojekt auf, das am 1. Dezember anlief. Amnesty verpflichtet sich, die im Rahmen dieses Projekts eingenommenen Spenden nicht zur Finanzierung anderer Amnesty-Aufgaben heranzuziehen, sondern 1:1 den Behandlungszentren zukommen zu lassen

Spendenkonto:
Amnesty International
DE23370205000008090100
BFSWDE33XXX
Verwendungszweck: Hilfe für traumatisierte Flüchtlinge / 6401

 

Azam Farmonov weitere fünf Jahre in Haft

Im Mai 2015 erreichte uns eine traurige Nachricht: Unser Betreuungsgefangener Azam Farmanov, der eigentlich Ende April aus der Haft hätte entlassen werden sollen, wurde zu weiteren fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Wir sind fassungslos und wollen das so nicht hinnehmen.
Die Ehefrau von Azam, Ozoda Yakubova, erhielt am 21. Mai den Anruf eines ehemaligen Häftlings des U-Haft-Zentrums der Stadt Nukus. Er sagte ihr, dass Azam Farmonov vom regionalen Kungrad-Gericht zu zusätzlichen 5 Jahren Haft wegen angeblicher Verletzung der Gefängnisregeln laut Artikel 221 des Gesetzescodes von Usbekistan verurteilt wurde, wörtlich: „Ungehorsam gegenüber den Gesetzesvorgaben der Strafverwaltungsorgane“. Ozoda Yakubova weiß nichts Genaues über die Verletzungen, die Azam Farmonov zur Last gelegt werden. Das Gericht informierte sie nicht über die Gerichtstermine und weder sie noch unabhängige Beobachter konnten dem Prozess beiwohnen. Artikel 221 des Gesetzbuches bestraft Gefangene, die Gefängnisregeln brechen mit bis zu fünf weiteren Jahren Gefängnis. Es gibt keine öffentlich zugänglichen amtlichen Listen der Gefängnisregeln und ihre Anwendung scheint oft willkürlich und politisch motiviert.
Azam Farmonov wurde zurück ins Gefängnis gebracht, ein abgelegenes Hochsicherheitsgefängnis in der Nordwest-Karakalpakstan-Region, wo er die ursprünglich neunjährige Strafe verbüßte.
Azam Farmonov wurde am 15. Juni 2006 wegen Erpressung eingesperrt und in Abwesenheit eines Verteidigers oder Gesetzesvertreters zu neun Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil basierte hauptsächlich auf erzwungenen Zeugenaussagen. Er bestand stets auf seiner Unschuld - auch unter Folter und Misshandlungen.Im April 2015 wurde der Jurist und Menschenrechtsaktivist vom Jaslyk-Gefängnis zu der U-Haft-Einrichtung in Nukus gebracht. Er sollte Ende April 2015 entlassen werden.

 

Werbung in eigener Sache

Über neue Mitglieder freuen wir uns immer sehr. Wenn Sie also Interesse an der Arbeit in einer kleinen Gruppe haben, eigene Ideen verwirklichen oder uns einfach einmal kennenlernen möchten, freuen wir uns sehr über Ihren Besuch. Sie sind herzlich willkommen!
Bei Interesse können Sie über die E-Mail-Adresse schriftlich mit uns in Kontakt treten oder bei unseren Gruppensitzungen im Klosterhof vorbeischauen.
Wir freuen uns auf Sie!